Einleitung

Der Reformkompass nimmt Strukturen und Prozesse in den Blick, systematisiert zentrale Ziele und Aufgaben und liefert so einen Orientierungsrahmen für strategisches Handeln. Drei strategische Dimensionen sind es dabei vor allem, die über Erfolg oder Scheitern einer Reform entscheiden: Kompetenz für sachgerechte Lösungen, glaubhafte Kommunikation nach innen und außen sowie Kraft zur Durchsetzung. Die Herausforderung liegt darin, diese drei „K“ über den gesamten Prozess hinweg gleichermaßen zu bearbeiten.

Da in jeder Phase des Reformprozesses jeweils alle drei Dimensionen relevant sind, kann der Reformkompass in Form einer Matrix dargestellt werden. Die Matrix kann sowohl horizontal (nach Phasen), als auch vertikal (nach Dimensionen) „gelesen“ werden.

Das Strategieinstrument für politische Reformprozesse als interaktive Matrix
Kompetenz hover-arrow
Kommunikation hover-arrow
Kraft zur Durchsetzung hover-arrow
Strategische Kerngruppe hover-arrow
Problemdefinition und Analyse hover-arrow
Formulierung und Entscheidung hover-arrow
Umsetzung hover-arrow
Fortlaufende Erfolgskontrolle hover-arrow

Innovationskultur fördern

  • Vorhandene Kompetenzen ausschöpfen
  • Know-how von außen einbinden
  • Führungskompetenzen ausbauen
  • Auf heterogene Zusammensetzung achten

Kommunikationskapazitäten stärken

  • Kommunikative Ressourcen und Kompetenzen anpassen
  • Kommunikation und Dialog abstimmen

Durchsetzung sichern

  • Akteure ressortübergreifend vernetzen
  • Konflikfrühwarnsystem aufbauen

Zukunftsthemen aufgreifen

  • Reformbedarf frühzeitig identifizieren
  • Problemumfeld analysieren
  • Richtung der strategischen Neuausrichtung klären

Entwicklungsbereitschaft fördern

  • Kommunikationskonzept erarbeiten, um Problembewusstsein zu schaffen, Deutungsmuster zu etablieren und Leitideen zu kommunizieren

Erfolgsaussichten abschätzen

  • Gelegenheitsfenster identifizieren
  • Profilierungschancen bestimmen
  • Verhandlungskorridore abstecken

Reformkonzept formulieren

  • Handlungsoptionen klären
  • Lösungsalternativen bewerten
  • Reformfahrpläne entwerfen

Vertrauen aufbauen

  • Glaubwürdigkeit vermitteln
  • Klare und positive Reformsprache einsetzen
  • Realistische Erwartungen erzeugen
  • Dialog etablieren

Mehrheiten sichern

  • Verhandlungsstrategie auswählen
  • Bündnispartner gewinnen
  • Größtmöglichen Rückhalt sichern

Ergebnisqualität sichern

  • Wirkung sicherstellen
  • Umsetzungsschritte festlegen
  • Geeignete Steuerungsinstrumente wählen

Offenheit herstellen

  • Kommunikation zwischen allen Beteiligten und Betroffenen gewährleisten
  • Tragfähigkeit der Reform verdeutlichen
  • Transparente Abläufe herstellen

Unterstützer aktivieren

  • Umgang mit relevanten Akteuren klären
  • Umsetzungsakteure einbinden
  • Klare Verantwortlichkeiten schaffen

Kontrollmechanismen effektivieren

  • Geeignete Evaluationsverfahren auswählen
  • Prozessbegleitend evaluieren
  • Kosten und Nutzen bewerten

Feedback gewährleisten

  • Feedback analysieren
  • Dialog mit Betroffenen und Beteiligten pflegen
  • Evaluationsergebnisse zielgruppenadäquat verbreiten

Handlungsspielräume bewahren

  • Flexibel nachsteuern
  • Veränderte Akteurskonstellationen berücksichtigen