Einleitung

Stellt der Reformkompass als Ganzes eine Art „Lotse“ dar, der durch den Reformprozess führt, so braucht es in den einzelnen Phasen und für die einzelnen Kriterien konkrete Werkzeuge des Projektmanagements. Sie helfen dabei, Positionen zu bestimmen, Einzelthemen zu vertiefen und strategische Entscheidungen vorzubereiten.


In diesem Bereich werden ausgewählte Werkzeuge kurz beschrieben – mit Inhalten, Zielen, Vorgehensweisen, Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen des Reformkompasses sowie weiterführenden Literaturhinweisen. Darüber hinaus finden Sie, falls erforderlich, konkrete Vorlagen zum Ausfüllen oder Bearbeiten sowie (fiktive) Beispiele, wie und wo die Werkzeuge in der Praxis eingesetzt werden können.

Hinweis

Weitere Informationen zu Modellen, Methoden und Instrumenten der Bürgerbeteiligung können hier abgerufen werden: www.beteiligungskompass.org.

Werkzeuge
Adhocracy

Adhocracy ist eine Software, die internetbasierte Beteiligungs- und Abstimmungsverfahren ermöglicht, und es so erlaubt, relevante Reformakteure und Bürger in alle Phasen der Entscheidung mit einzubinden. Kern von Adhocracy ist ein Vorschlagssystem, mit dem Vorschläge gesammelt, diskutiert und letztlich abgestimmt werden können.

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument, das genutzt wird, um bestehende Aktivitäten mit den Visionen und strategischen Zielen einer Organisation abzugleichen, den Informationsaustausch zu verbessern sowie die Leistung der Organisation zu überwachen.

Dialogverfahren

Die Mediation ist ein Werkzeug, um in Konfliktsituationen unter Beteiligung der Betroffenen eine Problemlösung zu erarbeiten. Dieses Werkzeug eignet sich vor allem, um die Umsetzung von Entscheidungen zu ermöglichen und eventuell besonders konfliktreiche Situationen zu lösen. Gerade bei Infrastrukturmaßnahmen, wie z. B. dem Netzausbau, kann es zu konfliktreichen Situationen kommen.

Groupware

Groupware sind Anwendungen, die eine dezentrale Zusammenarbeit verschiedener Teammitglieder in Echtzeit ermöglichen. Es handelt sich demnach um „kollaborative Software“. Sie wird innerhalb der Kerngruppe der Reformtreiber, d. h. der Strategiegruppe, eingesetzt und hilft dabei, die interne Kommunikation und Zusammenarbeit der Reformakteure zu verbessern und Wissen zu teilen bzw. Wissenslücken zu identifizieren und aufzuarbeiten.

Optionenanalyse

Unter dem Begriff „Optionsanalyse“ können analytische Methoden zusammengefasst werden, die dem systematischen Vergleich von Handlungsoptionen dienen. Die Optionsanalyse wird bspw. bei Gesetzesfolgenabschätzungen oder bei der Bewertung von Investitionen angewendet. In einem systematischen Vergleich werden Handlungsoptionen auf ihre Wirksamkeit, die damit verbundenen Kosten und zum Beispiel auch auf ungewollte Folgen hin bewertet.

Social Media

Durch den Einsatz von Social Media können Reformakteure authentisch und transparent kommunizieren sowie eine unmittelbare, jedoch nicht unbedingt repräsentative Rückmeldung erhalten. Als Social Media werden dabei alle interaktiven und direkten Kommunikationskanäle im Internet verstanden (Web 2.0). Social Media spielen eine zentrale Rolle bei der Reformkommunikation nach außen, zu Betroffenen und Interessierten.

Stakeholderanalyse

Die Stakeholderanalyse ist ein Werkzeug zur systematischen Analyse der vorhandenen Interessenlagen und möglichen Einflussfaktoren, die bei einem Reformvorhaben eine Rolle spielen. Die Stakeholderanalyse ermöglicht es, die von einem Reformvorhaben betroffenen Akteure (die sogenannten Stakeholder) sowie deren Interessen zu identifizieren und zu überlegen, wie diese Interessen einbezogen werden können.

SWOT-Analyse

Mit der SWOT-Analyse kann eine aktuelle Situation umfassend beurteilt werden, indem Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats) erfasst werden. Dabei sind Stärken und Schwächen organisationsinterne Faktoren, Chancen und Risiken externe, nicht selbst beeinflussbare Faktoren.

Szenarioentwicklung

Die Szenarioentwicklung ist ein Instrument für den Entwurf einer zukunftsfesten Strategie. Sie wird genutzt, um verschiedene Zukunftsszenarien umfassend darzustellen und diese bei einer strategischen Entscheidung zu berücksichtigen. Die Szenarioentwicklung hilft dabei, Entscheidungen nicht in Erwartung einer gewünschten oder wahrscheinlichen Zukunft zu treffen, sondern auch auf mögliche schlechtere oder bessere bzw. unerwartete Alternativen vorbereitet zu sein.

Wissenslandkarten

Wissenslandkarten (auch Wissenskarte, engl. knowledge map) dienen der strukturierten Erfassung und Visualisierung von existierenden Wissensressourcen. Indem sie Wissen identifizieren und zuordnen, entsteht ein transparentes, graphisches Verzeichnis von vorhandenen Wissensträgern, -beständen, -strukturen und -anwendungen.

Zielformulierung

Die Zielpyramide ist eine Form der hierarchischen Zielstrukturierung. Sie wird genutzt, um strategische Ziele in operative Ziele zu untergliedern und so eine bessere Erreichbarkeit sowie eine höhere Motivationswirkung durch die Zielorientierung zu erreichen. Zumeist gliedert sich eine Zielpyramide in drei bis fünf hierarchische Zielebenen. Je niedriger die Zielebene, desto konkreter sind die einzelnen Ziele.

Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein Werkzeug, mit dem – in einer moderierten Gruppendiskussion und unter Nutzung von Kreativtechniken – Probleme identifiziert sowie Lösungsvorschläge entwickelt werden können. Das Werkzeug wird dazu genutzt, externes (Fach-)Wissen zu gewinnen und betroffene Interessen einzubinden. Die Zukunftswerkstatt soll durch die moderierte Diskussion und den Einsatz von Kreativtechniken dabei helfen, bisher nicht erkannte Probleme zu identifizieren und bisher nicht angedachte Lösungsvorschläge zu erarbeiten.