Balanced Scorecard
Beschreibung

Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument, das genutzt wird, um bestehende Aktivitäten mit den Visionen und strategischen Zielen einer Organisation abzugleichen, den Informationsaustausch zu verbessern sowie die Leistung der Organisation zu überwachen. Die BSC stellt somit eine an der Unternehmensstrategie ausgerichtete Leistungsmessung und -bewertung dar, die neben finanzwirtschaftlichen Kennzahlen (z. B. Rentabilität) auch sog. „weiche“ Faktoren (sozial- und umweltbezogene Größen, Image, Wissen, u. a.), die künftig die finanziellen Kennzahlen beeinflussen können, berücksichtigt.

In der Regel geschieht die Leistungsmessung – bei privatwirtschaftlichen Unternehmen (!) – aus folgenden vier Perspektiven:

1.    Die finanzwirtschaftliche Perspektive, bei der Rentabilität, Umsatz und Umsatzwachstum, Kapitalquoten, etc. betrachtet werden.

2.    Die Kundenperspektive, zu der Kennzahlen, die die Wettbewerbsposition beschreiben, wie Kundenzufriedenheit, Marktanteile, etc. zählen.

3.    Die interne Prozessperspektive, die die erfolgsrelevanten Prozesse (zur Erreichung von Kunden- und Finanzzielen) identifiziert und die Effizienz der Organisation sichern soll. Dabei können bspw. Kennzahlen wie Arbeitseffizienz, Prozesskosten oder auch Durchlaufzeiten relevant sein.

4.    Die Mitarbeiter- bzw. Entwicklungsperspektive, bei der die nötigen Fähigkeiten und Kernkompetenzen geprüft werden, um die Ziele (die durch die anderen Perspektiven definiert werden) zu erreichen. Wichtige Kennzahlen sind hier u. a. die Mitarbeiterzufriedenheit und Fehlzeiten.

Typisches Ziel privatwirtschaftlicher Unternehmen ist die Gewinnmaximierung. Die finanzielle Perspektive rückt bei öffentlichen Verwaltungen bzw. Non-Profit-Organisationen etwas in den Hintergrund und stellt „nur“ eine von mehreren Zieldimensionen dar. In den Fokus rückt dagegen die Erfüllung des spezifischen, gesetzlichen oder politischen Leistungsauftrags bzw. die Zieldimension „Auftragserfüllung“. Darüber hinaus sind für öffentliche Verwaltungen bzw. Non-Profit-Organisationen die Bürger- oder Adressatenorientierung bzw. die Zieldimension „Kundenzufriedenheit“, die Mitarbeiterorientierung bzw. die Zieldimension „Mitarbeiterzufriedenheit“ sowie der sparsame und wirtschaftliche Einsatz von Ressourcen bzw. die Zieldimension „Wirtschaftlichkeit“ besonders relevant.

Die Grundlage einer erfolgreichen BSC sind aussagekräftige Kennzahlen, die stetig erfasst und aktualisiert werden. So gibt es die Frühindikatoren, die im Vorfeld Aussagen darüber zulassen, wie eine Organisation sich zukünftig entwickeln wird, und die Spätindikatoren, die die vergangene Situation darstellen und somit Auskunft darüber geben, ob die Organisation die gesetzten Ziele erreicht hat.